Auf nach Bolivien - Uyuni Tour Tag 1
Willkommen in Bolivien!
Heute Morgen sind wir ganz in der Nähe des 3-Länder-Eck (Chile, Argentinien, Bolivien) über die Grenze nach Bolivien übermigriert. Es ist sofort eine ganz andere Kultur und Lebensart. Die Menschen hier sprechen neben Spanisch oft noch Quechua (dann versteh ich gar nichts mehr ‘ˆˆ, wahrscheinlich aber auch manchmal deren Ziel dabei…), und die Natur… einfach wow. Der ganze Tag war vollgepackt mit unreal schönen Dingen, die alle straight out of National Geographic gepostet aussehen könnten oder künstlich erzeugt/gestellt. Es war unglaublich bereichernd und irgendwie auch kaum greifbar, weiß mal wieder nicht, wie ich es beschreiben soll…
Unser erster Stopp waren die Laguna Blanca und die Laguna Verde. Danach ging es weiter vorbei an dem ‘Desierto de Dalí’ – und ja, man sieht direkt, wenn man Werke von Dalí ein bisschen kennt, dass die Wüste mit ihren bizarren Steinformationen, einige seiner Werke geprägt und inspiriert hat. Witzigerweise kam sie mir auch direkt bekannt vor und ich verstand erst später, dass es evtl deshalb war… (Habe mich zu Schulzeiten recht viel mit Dalí beschäftigt gehabt)
Pünktlich zum Mittagessen konnten wir uns in heißen Quellen (Agua Caliente) aufwärmen, aber auch nur 20min sonst muss man mit großerer Dehydration auf der Höhe (um 4000m rum) rechnen und dann war das schwerste aus dem warmen Wasser raus zu kommen, weils doch recht frisch und windig war ‘ˆˆ. Anschließend ging es zum geothermischen Feld “Sol de Mañana” – das sind keine klassischen Wassergeysire, sondern dampfende Fumarolen und blubbernde Schlammlöcher, deren Dampfsäulen morgens 30 bis 50 Meter hoch in den Himmel schießen!
Das absolute Highlight des Tages war aber die Laguna Colorada. Stellt euch einen riesigen, rot leuchtenden See vor, in dem im Sommer bis zu 30.000 Flamingos leben! Wenn ich ihn nicht mit eigenen Augen gesehen hätte, hätte ich wohl denken können, die Bilder seien gefakt. Soooo schön! (Leider hatten wir ein bisschen Zeitdruck, aber ansonsten hätte ich dort glaube ich auch Stunden einfach sitzen und beobachten können)
Unsere erste Nacht verbringen wir in der kleinen Siedlung Villa Mar (auch “Kondorstadt” genannt), wo ich sogar ein privates Zimmer ergattert habe. Und genau auf dem Weg in dieses Tal, durfte ich einen Ausblick erleben, der einfach magisch war!
Stellt euch das mal vor: Der Sonnenuntergang verfärbte den ganzen Himmel in einen unfassbaren regenbogenähnlichen Farbverlauf. Die Berge im Hintergrund leuchten grau, gekrönt von etwas Schnee auf den Gipfeln. Alles strahlt. Währenddessen folgen wir mit dem Jeep einem Süßwasserverlauf talabwärts, der sich wie ein gelb-grüner, leuchtender Schwamm durch die Mitte des Tals zog und eine unglaublich schönen Kontrast zum Rest der Höhenvegetation setzt. Man kann es gar nicht richtig greifen und sich wahrscheinlich beim Lesen auch nicht zu 100% vorstellen. Es war so perfekt, einfach magisch und märchenhaft. (Reminder an mein Zukunfts-Ich: Falls du das hier irgendwann mal liest und gedanklich einen Happy oder Peaceful Place brauchst – das ist er!).
Aber so unglaublich faszinierend das alles ist, ich muss auch irgendwann auch der Realität ins Auge sehen: Die Extrembedingungen hier verlangt meinem Körper wirklich auch was ab. Wir haben extreme Trockenheit, extreme UV-Strahlung und extreme Kälte (nachts wird es hier bis zu -20°C!). Mein Gesicht wird langsam aber sicher immer roter (obwohl ich mich bestimmt 10 Mal am Tag eincreme), meine Augen sind super sensibel, rot und brennen leider wieder mehr (Ich trage mittlerweile häufig meine beiden Sonnenbrillen übereinander an ˆˆ). Meine Hände reißen langsam auf, und meine Lippen und meine Nase hassen diese trockene Luft abgrundtief und brennen vor sich hin. Insgesamt klingt das jetzt alles deutlich dramatischer als es ist, aber es ist schon sehr fordernd für so einen hellhäutigen und helläugigen Typ Mensch wie mich. Ich würde nichts in der Welt gegen meine letzte Woche tauschen, aber ich glaube, mein Körper wird sich nach 1,5 Wochen Wüste auch langsam wieder über ein bisschen Luftfeuchtigkeit freuen ‘ˆˆ
Fun Fact des Tages: Klopapier ist hier auf Klos, selbst teils in Unterkünften, definitiv nicht inklusive (kostete mich in der Unterkunft 3 Bolivianos, also immer Kleingeld bereithalten oder eigenes mitbringen!) und manchmal darf man selbst Wasser schöpfen für die Spülung ˆˆ.


