Cerro Toco - Höhenrecord 5604m
Was. Für. Ein. Tag. Leute, ich bin immer noch völlig geflasht!
Heute Morgen ging es für uns hoch hinaus, und zwar richtig hoch. Wir sind auf unglaublichen 5400 Metern beim Vulkan Cerro Toco gestartet und haben dann in knapp zwei Stunden noch einmal 200 Höhenmeter draufgelegt. Und ich sag’s euch, das war eine Erfahrung, die ich hoffentlich niemals vergessen werde!
Zwischenzeitig wurde ich auch immer mal wieder etwas emotional, but in a completely positive way. Ich habe mich einfach unglaublich lebendig und schwerelos gefühlt und das trotz der großen Anstrengung und körperlichen Belastung, der ich unterstand. Der volle Fokus lag nur auf dem nächsten Schritt, dem nächsten Atemzug und auf dieser unfassbaren Umgebung. Da war kaum Platz für irgendwelche anderen Gedanken und ich wusste nicht, wie befreiend sich das anfühlen kann. (Andere haben sich zusätzlich noch anderer Substanzen bedient, um das Erlebnis zu intensivieren, aber mir hat das auch so schon sehr gut getan ˆˆ)
Die Atmosphäre da oben war unglaublich. Wissenschaftlich gesehen ist sie so dünn und glasklar, die UV-Strahlung brennt regelrecht vom Himmel, und gleichzeitig war es so kalt, dass mein Wasser in der Flasche einfach eingefroren ist! War schon witzig, als ich versucht habe, das zu trinken :D
Es ist sowieso total verrückt, dass man in dieser Landschaft auf solche Höhen überhaupt noch mit dem Auto fahren kann. Unter anderem deshalb steht direkt in der Nähe übrigens das ALMA Observatorium – das höchstgelegene Forschungszentrum der Welt, an dem sie sage und schreibe 27 Jahre lang gebaut haben. Chile owned hier stolze 10%. Auch die Universität Tokyo hat hier eine Forschungsstätte.
Unser Guide hat uns auch erzählt, hier ganz kurz was ganz anderes, dass auf dem schneebedeckten Vulkan Llullaillaco in der Ferne alte Inka-Kinderopfergaben (Mumien) gefunden wurden, weil das ewige Eis sie einfach perfekt konserviert hat… da kriegt man schon Gänsehaut.
Die Höhe hat sich bei mir dann aber doch noch gemeldet. Wenn ich zu übermütig wurde, gab es sofort einen leichten Schwindel als Quittung. Und als wir wieder tiefer waren?, Kopfschmerzen des Todes! Wahrscheinlich hatte ich auf dem Berg zusätzlich einfach viel zu wenig getrunken. Also hieß es im Hostel erstmal: Elektrolyte zu mir nehmen, ab in die Hängematte und ausgiebig napen.
Danach habe ich dann alles für die große Uyuni-Tour morgen vorbereitet. Shoutout an dieser Stelle an eine super liebe Deutsche aus meiner Wandergruppe, die mir kurzerhand noch Bargeld abgehoben hat (die DKB ist schon echt eine tolle Bank ˆˆ).
Morgen früh geht’s also ab über die Grenze nach Bolivien!
Ich tippe das hier gerade am Handy, weil mein Tablet für die nächsten Tage sicher im Hostel eingeschlossen bleibt. Wenn ihr das hier lest, bin ich vermutlich schon wieder zurück. Ich bin sicher die Woche wird unglaublich cool, und irgendwie ist es witzig, dass ihr nach diesem Eintrag wahrscheinlich schneller wisst, wie es die nächsten Tage wird/war, als ich es jetzt gerade ahne… Vllt aber auch nicht, mal schauen
Für alle, die sich fragen, was man in so einem Wüsten-Extrem braucht – hier eine Packliste zur Orientierung:
- Sonnenbrille (ganz dunkel! Am besten seitlich abgerundet) / Sonnencreme / Kappi
- Handschuhe, Mütze, Buff, Halstuch / Windbreaker, dicker Pulli
- Aftersun Lotion, Labello, was zum Lippen richtig einfetten für abends, Feuchtigkeitscréme u.a. für Hände (Haut trocknet hier schnell aus ‘ˆˆ Zumindest meine)
- Handy / gute Kamera
- Badezeug & Handtuch
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