Auf der Spur der Deutschen
Tag 3: Auf der Suche nach dem “deutschen” Argentinien
Für unseren dritten Tag in Córdoba ging es mit dem Mietauto ab in die Berge! Unser Ziel: La Cumbrecita. Auf dem Weg dorthin sind wir an Atos Pampa vorbei (fanden wir einfach witzig, dass der Ort so heißt) und haben einen Stopp in Villa General Belgrano eingelegt. Ihr könnt gar nicht glauben, wie weird das war! Die ‘deutschen’ (eher Bayrischen) Einflüsse dort sind unverkennbar! Leider ist das Ganze dadurch auch wahnsinnig touristisch und wirkt fast schon wie ein überzogenes Fake-Deutschland.
Aber das Witzigste: Wir waren quasi eine Hauptattraktion! Wir haben ein paar Latino-Touristen ungelogen so glücklich gemacht, weil sie wohl seit 3 Tagen darauf gewartet haben, in diesem “deutschen” Ort endlich mal echte Deutsche zu sehen ^^
In La Cumbrecita haben wir dann noch einen Fuchs gesehen, was wohl mein Highlight dieser auch viel zu touristischen Stadt war! (War schön, aber wäre nicht in meinen Top Empfehlungen) Die angepriesene “Wanderung” dort war auch ein kleiner Scherz… aber der Wasserfall war schön :) Außßerdem war die Autofahrt mal wieder toll mit den Aussichten. Da wir keine Lust hatten, Maut zu zahlen, sind wir über ein paar sehr interessante Straßen gefahren. Und auch hier wurden wir wieder mit einem mega schönen Sonnenuntergang belohnt – aber leider auch zum ersten Mal in Südamerika auch von Mücken belästigt!
Tag 4: Last Day in Córdoba
Am letzten Tag hieß es dann schon wieder: Auto wegbringen. Danach sind wir entspannt durch die Stadt geschlendert, haben richtig gute Empanadas gegessen und noch eine Free Walking Tour mitgemacht. Die war zwar interessant, aber honestly nicht so gut wie die in Mendoza.
Mein persönliches Highlight war das Museum zu Vermissten aus der Zeit des Militärdiktatur. Mich beeindruckt die Bewegung der ‘Madres de Plaza de Mayo’ - eine Organisation argentinischer Frauen, deren Kinder unter der Militärdiktatur von 1976 bis 1983 unter zunächst ungeklärten Umständen „verschwanden“. Sie ist eine der wichtigsten Menschenrechtsorganisationen Argentiniens und besteht bis heute, womit seit jetzt 50 Jahren jede Woche Menschen für die damals Freilassung oder Informationen und heute Aufarbeitung der in der Diktatur begangenen Menschenrechtsverletzungen, auf die Straße gehen. Argentinien ist tatsächlich (durch diese Bewegung) das einzige Land hier in der Ecke, das nach der Diktatur einige Verantwortlichen wirklich zur Rechenschaft gezogen hat. Sehr beeindruckend und bedrückend zugleich.
Anderes problematisches Thema hier sind die Falklandinseln… Aber davon fang ich am besten gar nicht erst an…
Nach der Tour brauchten wir dann ein bisschen Zucker und das traf sich gut, denn wir haben den Ort mit den angeblich “weltbesten” Alfajores gefunden!
Und… Trommelwirbel… !! Mein weiteres Highlight der gesamten Reise nach Argentinien!!!…
Ich habe mir Tangoschuhe (in Argentinien :D) gekauft !! (Quasi als mein nachträgliches Geburtstagsgeschenk an mich selbst!).
Danach wurde aber auch langsam die Zeit knapp und nachdem wir noch super schnell was gegessen hatten, wurde es dann noch knapper mit unserem Nachtbus. Wir wollten ein Uber rufen, aber es kam einfach keins, und wir hatten absolut kein argentinisches Bargeld mehr. Glücklicherweise haben wir einen Taxifahrer gefunden, der uns zur Not sogar umsonst zum Terminal gefahren hätte! Wir haben ihm dann aus Dankbarkeit einfach chilenische Pesos in die Hand gedrückt. Schlussendlich ist alles gut gegangen und wir mussten am Terminal sogar noch ganze 2 Minuten auf den Bus warten ^^
Und jetzt geht es auf zurück nach Mendoza! Dort ist für morgen ein Entspannungstag geplant, bevor es in der folgenden Nacht dann endgültig zurück nach Chile geht… So langsam merken wir nämlich echt, wie der absolute Mangel an Schlafqualität in diesen Bussen auf die Gemüter schlägt. Also freuen wir uns umso mehr auf die Thermen morgen! :D


